Mittwoch, 12. Februar 2020

Warum Geburtsvorbereitung?

 

Ich war schon immer sehr belesen. Mit zwölf Jahren habe ich das erste Mal "Vom Winde verweht" gelesen. Wenn eine Herausforderung ansteht, bestelle ich mir grundsätzlich erstmal ein Buch über die Thematik. Als ich dann mit Aurelia schwanger war, arbeitete ich praktischerweise gerade an der Quelle, nämlich im Buchhandel. Ich bestellte also lustig drauf los erstmal eine ganze Anzahl unverzichtbarer Bücher für unsere eigene Kinderbibliothek, die nun leider im Gestell vor sich hinstauben. Leseleidenschaft ist offensichtlich nicht vererbbar. Und natürlich habe ich mich auch mit jedem nur erdenklichen Buch über Schwangerschaft und Geburt eingedeckt. Ein Geburtsvorbereitungskurs kann mich mir damit wohl sparen, dachte ich mir. Theoretisch war ich ja bestens informiert und auf Hechelkurse im Spital war ich auch nicht besonders wild. 

 

Im Nachhinein habe ich es bereut. Denn was ich in der Zwischenzeit bei den diversen Kursen die ich besucht habe (und über das ich natürlich im Vorfeld bereits alles mögliche gelesen habe), ist, dass die Essenz des Gedankens oftmals erst im persönlichen Kontakt richtig ankommt. Zudem gibt es immer noch ganz viel Hintergrundwissen und Anekdoten, die man nur so vermittelt bekommt und nirgends aufgeschrieben sind. Auch ist es meist auch der persönliche Kontakt in der Gruppe, der diese trägt und so eine Eigendynamik entstehen lässt. Das ist immer wieder durchaus spannend und oft auch sehr berührend. Man hört ja auch immer wieder von Freundschaften, die bereits im eburtsvorbereitungskurs entstanden sind. 

 

Schon als ich in der Ausbildung zur Doula war, habe ich mir gedacht, dass in einem guten Geburtsvorbereitungskurs bereits so vieles vermittelt werden könnte, was für das Paar von Nutzen sein kann. Das vielleicht sogar die Anwesenheit einer Doula nicht in jedem Fall nötig ist. Und das man trotzdem vom Wissen einer Doula profitieren kann. Zudem ist mir aufgefallen, dass man sich oft genau bis zum Zeitpunkt der Geburt mit der Thematik befasst, aber oft viel zu wenig, was danach kommt. Und gerade für das Stillen kann ein gutes Basiswissen durchaus relevant sein. Oder das gerade das Tragen nahezu lebensrettend in den ersten Monaten sein könnte.

 

Je mehr Aus-und Weiterbildungen ich machte, desto mehr reifte das Ganze in mir heran. Bis ich dann denn Schritt wagte und einfach mal Kurse ausschrieb. Und es kamen sogar Menschen, die sich davon angesprochen fühlten. Was für eine Freude!

 

Für mich ist es besonders wichtig, dass man von einer positiven Grundsituation ausgehen kann. Das man in Verbindung mit dem Kind bleibt, auch wenn man vielleicht vorübergehend getrennt wird. Das man Möglichkeiten kennt, wie man mit beängstigenden Situationen umgehen kann. Das man überhaupt weiss, welche vielen Möglichkeiten man hat. Und das Plan 1 in der Klinik, vielleicht nicht die einzige Lösung ist. Und das der Partner Hilfsmittel kennt, wie er seine Partnerin begleiten kann und vorallem auch, mit was bei einer Geburt  überhaupt so zu rechnen ist und was seine Rolle ist. Und das man so alle Werkzeuge kennt, damit man sich für seinen Geburtsweg entscheiden kann - auch wenn dieser am Schluss vielleicht anders ist, als gedacht. Doch nur schon die Auseinandersetzung mit Eventualitäten und sich bewusst zu machen, was man möchte und was auf keinen Fall, kann sehr hilfreich sein, wenn es nicht so kommt, wie man es sich erhofft hat. 

 

Und nicht zuletzt soll es einfach so sein, dass man sich einfach mal einen Tag was Gutes tun kann. Natürlich auch mit den entsprechenden kulinarischen Zwischenmahlzeiten. Essen hält schliesslich Geist und Körper zusammen. 

 

Wenn du dich davon angesprochen fühlst, dann freue ich mich auf deine Anmeldung

 

Herzlich, 

Monika