17. Februar 2020

Mein Geburtsplan

Als Doula sehe ich mich ja ein bisschen so, wie eine lebendige Patientenverfügung. Ich bin da, kenne die Bedürfnisse und Wünsche der Gebärenden beziehungsweise des Paares und schaue während der Geburtes, dass diese nicht Vergessenheit geraten. Ich bin also einerseits eine Beschützerin, aber auch eine Vermittlerin. 

 

Patientenverfügung finde ich eigentlich gar kein schlechtes Wort in Zusammenhang mit dem Geburtsplan, weil es so  ziemlich erklärend ist, in welche Richtung es geht. Oft hört man nämlich, wenn man das Wort «Geburtsplan» in den Raum stellt: «Oh, aber eine Geburt kann man doch nicht planen.» Das ist natürlich so. Aber man kann sich Gedanken machen, was für einem für (s)eine Geburt wirklich wichtig ist. Beispielsweise wären das Formulierungen wie folgt:

 

  • Bei einem Kaiserschnitt ist es mir wichtig, dass mein Kind nach dem Untersuch möglichst bei mir im Operationssaal sein kann. (Das ist beispielsweise möglich, wenn das Kind zb in einem sogenannten «Bonding Top» sein kann, wo es direkt auf der Haut der Mutter liegt und durch eine Stoffschicht vor der Kälte geschützt ist)
  • Falls mein Kind zugefüttert werden muss, bitte ich darum, dass alternative Fütterungsmethoden verwendet werden (zb. Becherlein)
  • Ich möchte ein mobiles CTG und mich während der Aufzeichnung bewegen können. Zudem sollen CTGs nur so kurz wie möglich gemacht werden. 

Natürlich ist ein Geburtsplan keine Garantie dafür, dass dies dann von der Klinik auch effektiv so umgesetzt wird. Dies vor allem auch deshalb, weil jedes Spital andere Richtlinien hat. Man kann sich die für einem wichtigsten Punkte jedoch auch notieren und diese bei einem Spitalbesichtigungstermin stellen. Vielleicht gibt es dann Aufschluss darüber, ob die Klinik für einem in Frage kommt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich dabei auch jeweils um Werbeveranstaltungen handelt ;-) Aber je mehr die Eltern ihre Bedürfnisse mitteilen können, desto mehr werden sich die Fachpersonen sich mit diesen beschäftigen müssen. Und es gibt ganz klare Anzeichen dafür, dass die Kliniken dabei sind, sich mit der aktuellen Situation bei Geburten auseinanderzusetzen. Und das ist sehr positiv. 

 

Ganz wichtig ist ein Geburtsplan aber vor allem im Bezug darauf, dass man sich mit verschiedenen Eventualitäten auseinandersetzt und weiss, was für einem besonders wichtig ist und das man sich schon mal mit verschiedenen Szenarien beschäftigt hat und im Falle einer auftretenden Situation nicht ganz so überrumpelt ist. So kann auch der Mann oder eine andere geburtsbegleitende Person  die Funktion des Beschützers übernehmen und sich für die Gebärende einsetzen, wenn sie es in dem Moment vielleicht selber nicht kann. 

 

Geburtspläne können auch aus dem Internet heruntergeladen werden oder aber auch als persönliche Geburtsvorbereitung mit einer Doula deiner Wahl besprochen werden. Sie wird mit dir die verschiedenen Punkte durchgehen, erklären und zusammen mit dir herausfinden, was für dich besonders wichtig ist. 

 

Den Geburtsplan kannst du dann in die Klinik zum Vorgespräch mitnehmen und den Hebammen für deine Akten abgeben. 

Bild Pixabay
Bild Pixabay